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Das Leben im Grabe

Informationen zum Buch

Hinzugefügt 2016-12-22
ISBN-13: 978-3-946142-07-2 (Softcover)
Date of first publication: 2015-12-23
Date of first publication in original language: 1930

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Das Leben im Grabe

Stratis Myrivilis (Autor/in); Ulf-Dieter Klemm (Übersetzer/in)

Das Leben im Grabe erschien zum ersten Mal 1924 auf Lesbos und gehört zum Kanon der neugriechischen Literatur. Bereits im Titel, der sich auf einen populären Psalm aus der Orthodoxen Karfreitagsmesse bezieht, deutet sich die Programmatik des Romans an: Die 57 Kapitel – ›Manuskripte‹ bzw. ›Briefe‹ des Feldwebels Antonis Kostoulas an seine Verlobte auf Lesbos, die von einem fiktiven ›Herausgeber‹ veröffentlicht werden, beschreiben das monotone Leben und die Brutalität der Kämpfe in den Schützengraben des Ersten Weltkrieges und stellen zugleich Patriotismus und nationalen Mythen sarkastisch infrage; lyrische Erinnerungen an das Leben auf der nordägäischen Insel fungieren als Intermezzi, aber auch als Kontrast, um die Grausamkeit der Schlacht noch plastischer zu schildern. Dass man von Anfang an weiß, die Tagebuchseiten werden die geliebte Frau, für die sie aufgezeichnet wurden, nie erreichen, stärkt die dramatische Ironie.

Der Roman, der in einer Reihe mit den antimilitaristischen Werken von Barbusse und Remarque steht, wurde durch die faschistische Diktatur 1936 sowie während der deutschen Besatzung Griechenlands auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Mittlerweile ist er zum Klassiker geworden und wurde in zahlreichen Sprachen übersetzt.

Stratis Myrivilis: Das Leben im Grabe

Übersetzung aus dem Griechischen von Ulf-Dieter Klemm. Mit einem Vorwort von Niki Lykourgou und einem Nachwort des Übersetzers
Originaltitel: Η ζωή εν τάφω (1930)

Über den/die Autor/in: Stratis Myrivilis

(eigentlicher Name: Efstratios Stamatopoulos) wurde 1890 auf Lesbos geboren. Schon ab 1909 veröffentlichte er kleinere literarische Texte; 1912 wurde er an der Universität Athen immatrikuliert, doch durch den andauernden Kriegszustand konnte er sein Philologie- und Jurastudium nicht abschließen. Als er 1923 auf die Insel zurückkehrte, gründete er die Wochenzeitung Kampana, wo er in mehreren Folgen seinen Roman Das Leben im Grabe veröffentlichte; der Text wurde weiterhin von ihm überarbeitet bis zur siebten, endgültigen Fassung von 1955 und wurde in dreizehn Sprachen übersetzt. Myrivilis starb 1969 in Athen.

Über den/die Übersetzer/in: Ulf-Dieter Klemm

Botschafter a. D., geb. 1946, in Höxter, NRW. Ulf-Dieter Klemm verbrachte sechs Jahre seiner Jugend in Griechenland. Nach dem Abitur an der Deutschen Schule Athen studierte er Jura in Berlin, Heidelberg und Montpellier. Promotion 1975. 1977 Eintritt in den diplomatischen Dienst mit Auslandsstationen in Porto Alegre, Athen (Kulturreferent), Tokyo, Maputo und Rabat.

Klemm veröffentlichte Übersetzungen mehrerer Romane und Texte aus dem Griechischen, Essays zu griechischen Themen sowie – zusammen mit Klaus Gallas – das im C. C. Buchner erschienene Buch Griechenland begegnen. Geschichte, Landschaft, Kultur und Menschen, Bamberg 2008. Im Mai 2012 Auszeichnung der International Hellenic University, Thessaloniki, für seinen Beitrag zum griechisch-deutschen Kulturdialog. 2014 erschien im Balistier Verlag sein Roman Das Leventis-Idol. 2015 gab er zusammen mit Wolfgang Schultheiß das Buch Die Krise in Griechenland im Campus Verlag heraus.