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Kalamas und Acheron

Informationen zum Buch

Hinzugefügt 2017-08-01
ISBN-13: 978-3-946142-25-6
Date of first publication: 2017-07-17
Date of first publication in original language: 1985

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Kalamas und Acheron

Christoforos Milionis (Autor/in); Hans Eideneier, Theo Votsos (Übersetzer/in)

Was hat eine Kröte, die aus dem Dickicht springt, mit einer schweigsamen Alten und den Gräueltaten der Wehrmacht in Griechenland zu tun? Warum musste Acheron, der Fluss, der in der Antike das Diesseits vom Jenseits trennte, weiterhin eine symbolbehaftete Grenze bilden? Wieso kann ein unschuldiger Wiedehopf im Käfig die Ruhe eines einsamen Urlaubers stören? Und warum erfährt man anhand einer leeren Zigarettenschachtel aus Ungarn, dass eine Treppe, die früher ins Haus führte, nun ins Nichts mündet?

Zehn Kurzgeschichten, alle offenbar vom selben Erzähler: einem Mann aus dem Nordwesten Griechenlands, in einem Ort an der Grenze zu Albanien, zwischen hohen Bergketten und zwei Flüsse. Ein Ort, der vom Zweiten Weltkrieg, dem Bürgerkrieg und der Auswanderung geprägt wurde. Der Kern jeder Geschichte ist etwas scheinbar Unbedeutendes – ein Bild, ein Geräusch, ein Gegenstand. Um diesen Kern bilden sich assoziativ konzentrische Kreise, die zunächst die geographischen, dann die zeitlichen Grenzen durchbrechen.

Christoforos Milionis: Kalamas und Acheron

Übersetzung aus dem Griechischen von Hans Eideneier, überarbeitet von Theo Votsos. Mit einem Nachwort von Elisavet Kotzia
Originaltitel: Καλαμάς και Αχέροντας (1985)

Über den/die Autor/in: Christoforos Milionis

Christoforos Milionis (1932-2017), geboren bei Ioannina im Nordwesten Griechenlands, studierte Philologie in Thessaloniki und arbeitete als Lehrer. Zwar hat er auch Romane, Essays und Übersetzungen geschrieben, doch er pflegte hauptsächlich die Form der Kurzgeschichte; seine erste erschien 1954 in einer Literaturzeitschrift, 1961 publizierte er die erste Sammlung. Er wurde u.a. mit dem Staatspreis für Literatur, dem Preis der Zeitschrift Diavazo und mit dem Preis der Ouranis-Stiftung der Athener Akademie ausgezeichnet. Milionis‘ Prosa weist zwar feste Motive auf – Erinnerung, Kindheit, Krieg, Herkunftsgeographie –, doch seine Bezüge auf die politisch-sozial konnotierte Literatur und gleichzeitig auf das persönlich-introvertierte sowie die Koexistenz realistischer und phantastischer Konventionen verleihen seinen Texten die Spannung, die ihn zu einem der wichtigsten Kurzgeschichtenautoren der Nachkriegsliteratur avancieren ließen.

Über den/die Übersetzer/in: Hans Eideneier

Hans Eideneier wurde 1937 in Stuttgart geboren. Er studierte Klassische Philologie und Byzantinistik, wurde 1966 in München promoviert und habilitierte sich 1974 in Köln. Er war Professor für byzantinische und neugriechische Philologie an der Universität Köln sowie ordentlicher Professor für byzantinische und neugriechische Philologie an der Universität Hamburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die byzantinische Volksliteratur. Neben seinem wissenschaftlichen Werk übersetzte Eideneier über fünfzig literarische Werke aus dem Griechischen ins Deutsche, u.a. von Odysseas Elytis, Alexandros Kotzias, Dimitris Nollas, Jannis Ritsos und Thanassis Valtinos.

Über den/die Übersetzer/in: Theo Votsos

Theo Votsos, geb. 1966 in Stuttgart als Sohn griechischer Arbeitsmigranten, arbeitet als freiberuflicher Übersetzer griechischer sowie deutschsprachiger Literatur. Daneben ist er für diverse Medien als Film- und Literaturredakteur tätig. Er hat in Konstanz und Tübingen Politologie, Soziologie und Philosophie studiert. 2001 erschien seine einschlägige Studie zu Antonio Gramscis Begriff der Zivilgesellschaft. Zu seinen publizierten Übersetzungen gehören Werke von Jannis Ritsos, Alexis Panselinos, Vassilis Papas, Helene Varopoulou, Agoritsa Bakodimou, Kostas Mourselas, Lena Kitsopoulou, M. Karagatsis u. v. a. auf der einen, Jeremias Gotthelf, Robert Walser, Adolf Muschg, Paulus Hochgatterer, Eugen Ruge, Nelle Neuhaus, Bernhard Aichner, Timur Vermes auf der anderen Seite.