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Haris Vlavianos (*1957)

Haris Vlavianos (*1957)

Haris Vlavianos wurde als Sohn griechischer Eltern 1957 in Rom geboren und verbrachte auch seine frühe Kindheit in Italien. Später besuchte er ein angesehenes Internat in Athen, verbrachte die Ferien aber gelegentlich bei seinem in Rio de Janeiro lebenden Vater. Es folgte ein Studium (Philosophie, Politologie und Wirtschaftswissenschaften) in Bristol und Oxford. Unter dem Titel Greece 1941 – 1949: from Resistance to Civil War erschien eine für den Druck überarbeitete Fassung seiner Dissertation 1992 in London (MacMillan) und New York (St. Martin´s Press). Vlavianos lebt in Athen, wo er am American College of Greece Philosophie, Geschichte und Ideologiegeschichte lehrt und beim renommierten Patakis-Verlag das Lektorat für fremdsprachige Belletristik leitet. Er ist Herausgeber der bekannten Literaturzeitschrift Poiitiki (Ü: „Poetik“).

Vlavianos veröffentlichte bisher die Lyrikbände Schlafwandeln (1983), Wunderverkäufer (1985), Redensart (1986), Unerbittlicher Widerruf (1989), Die Sehnsucht nach den Himmeln (1991), Adieu (1996), Der Engel der Geschichte (1999), Nach dem Ende der Schönheit (2003), Urlaub in der Wirklichkeit (2009), Desastersonette (2011), Die Geschichte der westlichen Philosophie in 100 Haikus (2011) und Warum ich Lyrik schreibe (2015) sowie die Essay- bzw. Aphorismen-Bände Der andere Ort (1993),  Dantes „Göttliche Komödie“ als dichterische Autobiographie (2004), Britannica (2004), Wen geht die Dichtung etwas an? Gedanken zu einer überflüssigen Kunst (2007) und Der doppelte Traum des Schreibens (2010, mit Christos Chrysopoulos). Im Jahr 2014 erschien Blut ist (nicht?) dicker als Wasser, eine Sammlung von autobiographischen Prosaminiaturen, die sofort breite Resonanz fand.

Als Übersetzer legte Vlavianos griechische Versionen ausgewählter Gedichte u.a. von Walt Whitman (1986), Ezra Pound (Hugh Selwyn Mauberley, 1987/2010; Cantos CX – CXX, 1991), Wallace Stevens (1993; 2007), John Ashbery (1995), William Blake (1997), Zbigniew Herbert (2001), Fernando Pessoa (2003; 2005), E.M. Cummings (2004; 2011; 2014), Michael Longley (2007), T.S. Eliot (2012) und Anne Carson (2013) vor. Aus dem Italienischen übertrug er Carlo Goldonis Zwillinge von Venedig.

In Buchform erschienen Gedichte von Vlavianos außerhalb Griechenlands bisher u.a. in England (Adieu, Birmingham: University Press, 1998), Deutschland (Der Engel der Geschichte, Köln: Romiosini, 2001; Nach dem Ende der Schönheit, München: Hanser, 2007), Irland (Affirmation. Selected Poems 1986-2006; Dublin: Dedalus, 2007; The History of Western Philosophy in 100 Haikus; Dublin: Dedalus, 2014), den Niederlanden (Na het einde van de schoonheid, Groningen: Ta Grammata, 2007) und Frankreich (Vacances dans la réalité, Circe 2011). In Anthologien und Zeitschriften wurden Texte von Vlavianos in rund zwanzig Ländern Europas sowie Nord- und Südamerikas veröffentlicht.

»» Gespräch mit Haris Vlavianos und Torsten Israel (Gedichtlesung und Diskussion) im Rahmen der Tagung Verstehen helfen: von Übersetzung, Edition und Förderung einer peripheren Literatur in Deutschland (15. Dezember 2014)

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